September 23, 2021

Erotik gehört zur Literatur wie die Biene zur Blume …

… denn der Akt der Fortpflanzung und die damit verbundenen Gefühle bestimmen Lebensentscheidungen und Lebensläufe, wie kein anderer Bereich unseres Lebens. Deshalb gehören erotische Szenen für mich ganz selbstverständlich in eine Geschichte. Doch wann ordnet man einen Roman explizit als Erotikroman ein? Und ist das auch wertvolle Literatur? Oder eher so etwas Profanes wie Pornografie?

Für mich persönlich beginnt Pornografie da, wo ein Text einzig und allein den Sinn hat, Leserinnen sexuell zu erregen und das finde ich uninteressant. Sehr interessant finde ich aber Konflikte und Gefühle, die mit Liebe und verschiedenen erotischen Spielarten zusammenhängen.

Der Leser*innengeschmack bezüglich des erotischen Anteils in einer Geschichte ist sehr unterschiedlich. Wenn man in der Buchhandlung oder im Verzeichnis des Onlinehändlers nach einer Liebesgeschichte suchen will, sollte man wissen, ob diese Liebesgeschichte als Beiwerk erotische Szenen enthalten darf oder ob die Erotik das Hauptthema / das Konfliktpotential der Geschichte bilden soll. Im ersten Fall empfiehlt es sich, im Genre/Regalfach „Romance“ nach einem Buch zu suchen, im zweiten eher im Genre/Regalfach „Erotik“. Aber das ist nur eine grobe Unterscheidung, denn Erotik gehört natürlich nicht nur in Liebesromane. Ich lese und schreibe gerne erotische Thriller, in denen eine Liebesgeschichte mit gefährlichen Situationen kombiniert ist. Diese Storys sind intensiv und entblößen nicht nur die Körper, sondern auch die Seelen der Protagonisten. Das liebe ich als Autorin und Leserin!

Wenn ich eine erotische Szene schreibe oder lese, sind die Gedanken und Gefühle der Protagonist*innen mir mindestens genauso wichtig, wie die köperliche Vereinigung, denn dadurch bekommt die erotische Szene die Intensität, die sie braucht, um mich zu packen. Und dabei ist es egal, ob es sich um eine gefühlvolle Liebesgeschichte oder einen spannenden Thriller handelt. Sex ohne Gefühle … finde ich in einem Buch nur dann interessant, wenn es um die Frage geht, warum diese Person keine Gefühle dabei hat.

Manche Leute meinen, erotische Romane sind automatisch keine wertvolle Literatur. Mir persönlich ist es egal, ob Fachleute meine Romane für wertvoll halten oder nicht, sie sollen unterhalten und Leser*innen in eine andere Welt entführen. Wenn das gelingt, bin ich zufrieden. Grundsätzlich sollte man wohl bei einer solchen Wert-Äußerung sowieso als erstes darüber diskutieren, was denn überhaupt „wertvolle“ Literatur ist.

Ich denke der Wert einer Geschichte wird ganz individuell empfunden. Für mich ist ein Buch wertvoll, wenn es mich in eine andere Welt entführt, wenn die Personen, ihre Gefühle und das Thema der Geschichte authentisch und nicht alltäglich sind. Für mich ist ein Buch wertvoll, wenn es mir die Lebensbereiche, Denk-und Lebensweisen anderer Menschen näher bringt oder mir vielleicht sogar Denkanstöße zur Gestaltung meines eigenen Lebens gibt.

Sabine Bruns

www.liebelesenleben.de

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